Die deutsche Fernsehlandschaft in der Krise… das sogenannte Unterschichtenfernsehen überrollt das Bildungsfernsehen. Kein neues Phänomen, aber einer bringt es nun im entsprechenden Medium dem Zuschauer direkt und ohne Umwege ins Wohnzimmer. Reich-Ranicki spricht aus, was schon in vielen Köpfen gedacht wird. Danke.
Ich muss ja zugeben, dass ich auch ab und zu in diese Dokusoaps (wobei ich finde, dass das „Doku“ in diesem Wortkonstrukt möglicherweise irreführend erscheint – wirklich dokumentarisch wird ja oftmals nicht gearbeitet) reinzappe. Zum Beispiel auf dem Crosstrainer im Fitnessstudio – zur Nebenbei-Berieselung. Dafür eignen sich solche TV-Formate hervorragend. Aber keineswegs für ein unterhaltsames, abendfüllendes Programm.
Sicher ist das Ganze nur ein Missverständnis. Man muss hier formal differenzieren: Zwischen gut gemachtem Unterhaltungs- Kultur- und Informationsfernsehen und den tumben Berieselungs-Formaten. Diese können natürlich nicht mit einem gemeinsamen Fernsehpreis bedacht werden. Denn preisverdächtig sind die Berieselungs-Formate sicher nicht… oder gibt es auch einen Grammy für Fahrstuhlmusik?


