… das scheint hier die Frage zu sein. Scheinbar genügt die Aufmerksamkeit, die manche Menschen in ihrem realen Leben erhaschen nicht und es werden spannende, mitreißende Ereignisse inszeniert. So geschehen kürzlich in den USA, wo scheinbar ein Heißluftballon mit einem Sechsjährigen an Bord abgetrieben war. Stundenlang hatte die US-Öffentlichkeit mitgefiebert und gebangt, doch letztendlich sieht es nun so aus, als habe der Kleine in der Zeit wohlbehalten auf dem Spielplatz gespielt.
Was bewegt die Menschen dazu, die Öffentlichkeit an der Nase herumzuführen? Und was bewegt andere Menschen dazu, Ihnen dazu scheinbar Respekt zu zollen? Sheriff Jim Alderden erklärte am Sonntag zu dem beschriebenen Fall, die Eltern hätten „eine gute Show für uns abgezogen, und wir haben sie ihnen abgekauft“. Eine gute Show?
Die Bluewater-Geschichte war dann wohl auch eine gute Show? Hier inszenierte eine Marketingagentur einen Terrorangriff in einer US-Kleinstadt – das ganze sollte als Promotion für einen Film dienen.
Was wird die nächste gute Show? Die Landung Außerirdischer auf der Akropolis? Vielleicht bin ich ja in dem Bezug etwas humorlos, aber meiner Meinung nach ist so eine Irreführung der Medien höchst bedenklich. Bei mir schüren solche Meldungen Skepsis – irgendwann glaube ich vielleicht nicht mehr, das ein Kind scheinbar entführt wurde oder ähnliches.
Andererseits bekommt man möglicherweise die Aufklärung des Schein-Events gar nicht mit in unserer informationsüberfluteten Welt. Dann verschwimmt Schein und Wirklichkeit, wir fangen an, in einer Scheinwelt zu leben. Erinnert so ein bißchen an die Matrix, was? Ja, vielleicht gibt es die „reale Wirklichkeit“ gar nicht?
Aber vielleicht trügt ja auch der Schein?
Rein von der Wortwahl her findet Ihr in diesem Artikel jedenfalls mehr Schein als sein, um das mal aufzuklären



